Kommunale Daten in Deutschland: eine Entdeckung
Der „Wegweiser Kommune“ sammelt seit Jahren Daten zu deutschen Kommunen. Mithilfe von Rohdaten der Statistischen Landesämter werden Indikatoren zu verschiedenen Themen wie Aus- und Weiterbildung, Finanzen, Pflege und Bevölkerung berechnet. Zurzeit gibt es Daten bis 2023, gleichzeitig gibt es kommunale Prognosen bis 2040. Ich habe mir einige Indikatoren für die vier brandenburgischen kreisfreien Städte Potsdam, Brandenburg an der Havel, Cottbus und Frankfurt (Oder) angesehen.
Bevölkerung
Laut der Prognose von „Wegweiser Kommune“ soll die Bevölkerung im Bundesland Brandenburg bis 2040 um 2,4 % schrumpfen. Betrachtet man die einzelnen Städte, gibt es große Unterschiede. So soll Potsdam bis dahin um 11,3 Prozent wachsen, Frankfurt (Oder) hingegen soll um 7 Prozent schrumpfen. Cottbus und Brandenburg an der Havel liegen mit -3,8 bzw. -4,3 Prozent näher an der Gesamtprognose für das Bundesland (siehe interaktive Grafik hier).
Soziale Lage
Zwei der Indikatoren, die zum Themenfeld „Soziale Lage“ gehören, sind die Kaufkraft (das durchschnittliche Gesamtnettoeinkommen eines Haushalts) und die Arbeitslosenquote. Betrachtet man die Kaufkraft der vier Städte (und Brandenburg als Bundesland zum Vergleich), so zeigt sich, dass sie außer im Jahr 2018 ständig gestiegen ist, was im Prinzip eine positive Entwicklung ist (siehe interaktive Grafik hier).
Es wäre spannend, die Entwicklung in Cottbus besser zu verstehen, da Cottbus im Jahr 2006 das zweithöchste Nettoeinkommen nach Potsdam hatte, im Jahr 2022 jedoch auf den letzten Platz rückte. Das Gesamtnettoeinkommen in Cottbus war im Jahr 2022 ca. 5.000 € geringer als in Potsdam. Die größere Frage, die mir dieser Indikator aufwirft, ist der Einfluss der Inflation auf diese Daten. Sind die Nettoeinkommen mit der Inflation einfach gestiegen oder sind die Einkommen unter Berücksichtigung der Inflation gestiegen? Die Antwort habe ich noch nicht.
Eine weitere Möglichkeit, die soziale und wirtschaftliche Lage einer Stadt zu untersuchen, ist die Analyse der Arbeitslosigkeit. Der „Wegweiser Kommune” zeigt anhand von Daten aus den Jahren 2007 bis 2023, dass der Anteil erwerbsloser Personen in Brandenburg um 11,4 Prozentpunkte gesunken ist (siehe interaktive Grafik hier). Die vier Städte zeigen ähnliche Entwicklungsmuster. Alle zeigen auch eine leichte Zunahme der Arbeitslosigkeit von 2019 auf 2020. Frankfurt (Oder) bildet eine Ausnahme: Zwischen 2011 und 2013 ist die Arbeitslosenquote, anders als in den anderen Städten, stark gestiegen.
Wie dieses kurze Beispiel zeigt, bietet die „Wegweiser Kommune“ spannende Möglichkeiten, um Kommunen und Bundesländer miteinander zu vergleichen. Für Prognosen ist sie super, weil sie langfristig sind. Für die aktuelle Berichterstattung steht jedoch die Frage offen, ob es weitere Daten für die Jahre 2024 und 2025 gibt, da diese leider noch nicht verfügbar sind.