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Matching-Algorithmus für die Vereinheitlichung von Ortsnamen in Verlustlisten des 1. Weltkrieges

In den deutschen Verlustlisten des Ersten Weltkriegs fallen rund 1,28 Millionen verschiedene Ortsnamen – viel mehr, als es damals Orte gab. Der Grund: Hörfehler, Tippfehler und ganz unterschiedliche Schreibweisen haben aus einem einzigen Ort oft dutzende Einträge in der Datenbank gemacht. Der Verein für Computergenealogie (CompGen) hatte die Listen schon digitalisiert, konnte die Ortsangaben aber nicht verlässlich dem Geschichtlichen Ortsverzeichnis (GOV) zuordnen, das die historisch korrekten Namen enthält. Ein fünfköpfiges CorrelAid-Team entwickelte dafür von Juli bis Oktober 2021 das frei verfügbare Python-Paket compgen2: Es bereinigt die Ortsangaben, löst gängige Abkürzungen auf und schlägt über Klang- und Ähnlichkeitsvergleiche die wahrscheinlichsten Treffer im GOV vor. Am Ende übergab das Team den offen lizenzierten Code samt Dokumentation an CompGen – darunter auch eine Liste von Lücken und Widersprüchen im GOV, die dem Verein bei der Pflege seiner eigenen Datenbank hilft.

Modellierung NLP Open Source Open Data Text
Status
Abgeschlossen
Projektzeitraum
Juli 2021 – November 2021
Partner
Verein für Computergenealogie e.V.

Der Verein für Computergenealogie (CompGen) wurde 1989 gegründet und ist mit über 4.000 Mitgliedern der größte genealogische Verein in Deutschland. Er fördert die Familien- und Geschichtsforschung, indem er historische Quellen wie Kirchenbücher, Adressbücher oder Verlustlisten gemeinsam mit Freiwilligen digitalisiert und erschließt. Die Ergebnisse – darunter das Geschichtliche Ortsverzeichnis (GOV) und das Online-Lexikon GenWiki – stellt der Verein im Sinne von Open Access frei zur Verfügung und schlägt so eine Brücke zwischen Archiven, Hobbyforschenden und der wissenschaftlichen Forschung.

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