Datendialog – European Data Lingo

2019-11-20 | Alexandra

Datendialog -- European Data Lingo

Welche drängenden Fragen gibt es heute zum Zeitgeist Europas? Welche Daten sind verfügbar oder könnten erhoben werden, um bei der Beantwortung dieser Frage behilflich zu sein? Wie können zivilgesellschaftliche Organisationen, die zu Europa arbeiten, ihr Arbeiten datengestützt verbessern? Diesen Fragen sind wir letzten Donnerstagabend (14.11.2019) bei unserem Datendialog im CityLAB in Berlin nachgegangen. Diesmal stand der Datendialog unter dem Motto “European Data Lingo”.

Was ist ein “Datendialog”?

“If you can give it a name, you can find a solution.” – Mit diesem schönen Satz fasste Thomas von POLIS180 den Impact des Berliner Datendialogs treffend zusammen: Die erste große Hürde, gerade für Fachfremde, ist es zunächst, einen Namen für das Problem zu finden, der sich recherchieren lässt. So können für das Problem bestehende Tools und Herangehensweisen gefunden werden. Außerdem gilt es, erstmal ein Verständnis zu entwickeln, welche Probleme sich leicht lösen lassen, welche Herausforderungen komplexer sind und welche zusätzliche Bandbreite an Ideen es möglicherweise gibt, die noch nicht bedacht wurde. In unserem Format des Datendialogs bringen wir dafür regelmäßig Non-Profit-Organisationen und Datenanalyst*innen aus unserem Netzwerk zusammen, um für die Probleme der Organisationen datenbasierte Lösungen zu finden. Gemeinsam mit den NGOs wollen wir so die ersten schwierigen Schritte auf dem Weg zu einem datenbasierten Projekt gehen.

Datendialog – Europe Edition

Am Donnerstagabend, den 14.11.2019, stand unser Datendialog im CityLAB in Berlin unter dem Motto “European Data Lingo”. Mit den Citizens of Europe, Jungen europäischen Föderalisten (JEF) und POLIS180 pitchten drei gemeinnnützige Organisationen, die mit unterschiedlichen Ansätzen zu europapolischen Themen arbeiten, in je drei Minuten ihre Organisation, ihre Herausforderungen und die dafür zur Verfügung stehenden Daten.

Rund 30 interessierte Datenanalyst*innen fanden sich im Anschluss an die Pitches für anderthalb Stunden in vier Kleingruppen zusammen, um intensiv eines der Themen zu diskutieren. Die Ergebnisse der Diskussionen wurden abschließend im großen Plenum zusammengetragen.

Citizens of Europe


Fedo von Citizens of Europe

Fedo von Citizens of Europe stellte die Herausforderung dar, vor welcher sich der seit über 20 Jahren bestehende Verein sieht: Es liegen aus all diesen Jahren Daten in Form von Workshopergebnissen als gescannte Textdokumente vor. Das sind beispielweise Statements zu der Frage “Was ist für dich Demokratie?”, aufgeschrieben von Freiwilligen und europaweiten Workshopteilnehmenden, jeweils vor und nach Veranstaltungen von Citizens of Europe. Nun stellt sich die Frage, wie diese Dokumente digitalisiert werden können, welche datenschutzrechtlichen Fragen zu bedenken sind und welche Analysen sich mit diesen Textdaten durchführen lassen. Wie lässt sich mit den Daten bespielsweise die Frage beantworten, wie sich das Demokratieverständnis über die letzten 20 Jahre verändert hat?

Junge europäische Föderalisten (JEF)


Diskussionen mit JEF

Die Herausforderungen, die Malte von der JEF (Jungen europäischen Föderalisten) mit ins CityLAB brachte, lassen sich auf eine Maßnahme herunterbrechen: die Ausarbeitung einer “Datenstrategie” für den europapolitischen Verein. Die Vielschichtigkeit der Vereinsstruktur – JEF vereint in Deutschland 15 Landesverbände und an die 100 Ortsverbände – hat zur Entstehung zahlreicher Datensilos beigetragen. Die Standardisierung und Zusammenführung dieser Datenbestände ist ein Ziel von den JEF Deutschland, um einerseits die Vereinsstrukturen zu professionalisieren und um andererseits mehr über die Mitglieder und deren Vorstellungen zu lernen. Letzteres kann ein Anknüpfungspunkt für eine Mitgliederdiversifizierungstrategie sein. Schlussendlich könnte die Datenzusammenführung in einem “Daten-Dashboard” für die JEF münden. Darüber hinaus sind die JEF, sagte Malte, auch daran interessiert, bereits die Datenerhebung zu standardisieren – zum Beispiel mit einheitlichen Fragebögen für die Evaluation der verschiedenen Seminare von den JEF. Sprich: Es gibt einiges zu tun.

POLIS180


Pitch - Thomas von POLIS180

Thomas von POLIS180 kam mit der Frage auf uns zu, wie sie sicherstellen können, dass bei den von ihnen veranstalteten Summits zu bestimmten Themen eine repräsentative Gruppe von Menschen teilnimmt. Die Gruppe um Thomas und POLIS180 hat viel diskutiert und kam auch zu einigen Hilfestellungen, wie POLIS180 das in Zukunft methodisch und strukturiert angehen kann.

Offene Pitches

Eine Teilnehmerin folgte spontan dem Aufruf, eigene Ideen zu pitchen. Sie verfolgt aktuell die Frage, wie Zielgruppen identifiziert werden können, die anfällig für Fake News sind und wie das die Demokratie gefährdet.

Ausklang bei Pizza und Bier

Die spannenden Diskussionen wurden bei Limo, Bier und Pizza weitergeführt, Ideen geboren und Kontakte ausgetauscht. Wir sind gespannt, welche gemeinsamen Projekte aus diesem Datendialog entstehen und freuen uns auf den nächsten Termin!

Falls ihr Teil einer NGO seid und ebenfalls Datenthemen habt, zu denen ihr euch Input von Expert*innen und Austausch im Rahmen eines Datendialogs wünscht, freuen wir uns auf eure Nachrichten!

Alexandra

Alexandra