Unser Meetup-Wochenende in Hamburg (17. bis 19. November 2017) startete mit Neuland für CorrelAid, das zugleich aber auch eines der Highlights des Meetups werden sollte: am Freitagabend veranstalteten wir einen „Datendialog“. Die Idee dahinter ist es, sich in Kleingruppen mit VertreterInnen gemeinnütziger Organisationen zusammenzusetzen, um erste Pläne für eine mögliche Zusammenarbeit herauszuarbeiten. Das hat wundervoll funktioniert! In vier Gruppen haben wir mit Youth For Understanding, Integreater, Waldmenschen, und Fairtrade diskutiert und geplant:

Youth For Understanding

Am Freitag haben wir uns also mit Christoph von der gemeinnützigen Schüleraustausch-Organisation Youth for Understanding e.V. (YFU) unterhalten. YFU ist mit dem konkreten Anliegen an CorrelAid herangetreten, die in ihrer Austauschdatenbank gesammelten Gastfamilien in einer Art „Ampelsystem“ zu kategorisieren, um zukünftig systematischer neue Gastfamilien anwerben und gezielte Kampagnen in Sozialen Medien launchen zu können. Darüber hinaus ist es für YFU von Interesse, eigene (qualitative) Daten zu erheben, um Gründe für eine Zu- oder Absage möglicher Gastfamilien zu ermitteln. Nach einer vertiefenden Diskussion über mögliche Herangehensweisen und Lösungsstrategien konnten wir beim Datendialog letztlich eine Vorabeinigung mit Christoph über ein längerfristig angelegtes Projekt erzielen, um YFU bei der Akquise von Gastfamilien zu unterstützen.




InteGREATer

Beim Datendialog mit InteGREATer hatten wir die Möglichkeit, uns mit einer tollen, deutschlandweiten Organisation im Bereich Integration auszutauschen. Die InteGREATer "nehmen Integration persönlich", indem Sie Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund von ihren Erlebnissen berichten. Ob sie das Ziel, diesen Jugendlichen ihr Potential und die damit verbundenen Chancen in unserem Bildungssystem aufzuzeigen, erreichen, will InteGREATer in Zukunft genauer evaluieren. Zusammen mit Kea vom Projektbüro Hamburg und engagierten Data Scientists aus unserem Netzwerk haben wir die Wirkungslogik der Organisation besprochen und unterschiedliche Ansätze für die Arbeit mit verschiedenen Zielgruppen definiert. Hierbei wurde besonders intensiv über partizipative Evaluationsmethoden und die besonderen Voraussetzungen bei der Arbeit mit Kindern gesprochen. Es entwickelte sich, zur großen Freude aller, am Ende des Workshops eine Kooperation zwischen dem Projektbüro und der Hamburger Lokalgruppe von InteGREATer, um diesen Prozess auf lokaler Ebene in Zukunft gemeinsam zu gestalten.

Waldmenschen

Die Waldmenschen eG forsten Panama seit 1994 wieder auf. Seit einigen Jahren werden auch Daten über die Bäume gesammelt. Wie schnell sie wachsen, wie sie sich entwickeln, wo sie wachsen und noch vieles mehr. Doch liegen die Daten meist unstrukturiert und in Papierformat vor. Im Datendialog haben wir diskutiert, was wir gemeinsam mit den Daten machen können, um die Waldmenschen zu unterstützen und ihren Impact zu skalieren. Im ersten Schritt besprachen wir, wie wir die Daten nutzbar machen können. Als Lösungsansatz haben wir eine mögliche Struktur für eine Baumdatenbank besprochen, um die Daten in eine strukturierte Form zu bringen. Im zweiten Schritt entwickelten wir Visualisierungskonzepte, wie die Waldmenschen ihre Daten nutzen können, um einen Überblick über das Wachstum der Bäume zu erhalten. Wir diskutierten mögliche Ansätze, Wachstumsprognosen für jede Baumart zu berechnen, zu analysieren, welche Baumart wo am besten wächst und warum, und wie man die Ergebnisse in der Webseite einbinden kann. Niklas von den Waldmenschen freute sich sehr über die Lösungsansätze – sobald die Daten digitalisiert vorliegen, können wir mit dem Projekt beginnen.

Fairtrade

Im vierten Workshop sprachen wir mit Miyako Takahashi von Fair Trade International, die dort im Bereich Monitoring, Evaluation and Learning arbeitet. Dort laufen alle Daten der Organisation über Produktion, Verkauf und Audits zusammen. Wir sprachen mit Miyako über Möglichkeiten, diese Daten für die Öffentlichkeitsarbeit zu visualisieren, und wie sie effizienter gesammelt werden können.







#smarterday

Am Samstag stand unser Open Space auf dem Plan (und viel Kaffee für jene, die am Abend vorher noch Hamburg erkundeten). Unter dem Motto "Saturday is #smarterday" haben wir uns gegenseitig in kleinen, auch spontanen Sessions ein bisschen schlauer gemacht, natürlich in Räumen, die wir mit R-Release-Codenames umtauften. Von Einführungen in R und Python, über Machine Learning, Datenvisualisierung, und Webscraping, bis zum Ausprobieren von Raspberry Pis und Einblicken in Sprachverarbeitung konnten alle jungen Datenbegeisterten etwas mitnehmen, ob Profi oder Anfänger – und ganz egal, wie viel Vorerfahrung mitgebracht wurde. Der Open Space wurde abgerundet mit Pizza, wo sich CorrelAid-Menschen aus derselben Region kennenlernen und vernetzen konnten – hoffentlich entsteht dadurch die ein oder andere Lokalgruppe! Einige von uns haben den Tag gemeinsam im Karolinenviertel ausklingen lassen. Hamburg war eine gute Wahl!




#WeAreCorrelAid

In der Mitgliederversammlung am Sonntag wurde der neue Vorstand gewählt, aber auch konkrete Themen wie Datenschutz besprochen. Danach haben wir in kleineren Workshops an Strategiefragen gearbeitet. Dabei wurden der Aufbau der Local Chapters, die Projektaquise, die Website, die Einbindung der Mitglieder, Finanzierungsfragen, und natürlich die Frauenförderung diskutiert und bearbeitet.




Insgesamt war der Meetup in Hamburg ein großer Erfolg. Vielen Dank an alle TeilnehmerInnen, die an diesem Wochenende dabei waren und mitgearbeitet haben, und an fritz cola und Selo Soda für die Unterstützung!