Als ich im März 2015 auf die Idee kam, CorrelAid als Initiative zu starten, fing alles mit einer Mail mit dem Betreff „Data for Good“ an, die ich über verschiedene Verteiler schickte mit dem Ziel, MitstreiterInnen zu finden. Damals hatte ich noch keine Ahnung, ob sich überhaupt jemand dafür begeistern ließe oder wie sich das Ganze entwickeln würde. Jetzt ein halbes Jahr später blicke ich zurück und finde unzählige Gründe, warum es sich gelohnt hat, diese Mail zu schreiben. Die folgenden sieben Punkte sollen zum einen ein kleiner Rückblick und zum zweiten ein Ansporn an alle sein, die sich bisher schon für CorrelAid engagiert haben und auch diejenigen, die sich überlegen mitzumachen.

CorrelAid entwickelt sich schnell

In den letzten sechs Monaten ist unglaublich viel passiert. Nicht nur wir wundern uns oft, wie viel wir schon geschafft haben und wie weit wir gekommen sind; wir werden oft gefragt „und ihr habt euch wirklich erst Anfang diesen Jahres gegründet?“. Die Gründung eines Vereins, die Aufstellung einer weitreichenden Projektinfrastruktur, die erfolgreiche Durchführung des Pilotprojekts, der Aufbau eines Netzwerks von DatenanalystInnen und das Zusammenfinden einer schon 30 köpfigen Community mit Mitgliedern aus ganz Deutschland. Die kürzlich gewonnene Förderung durch die Telefonica Stiftung wird es uns jetzt ermöglichen, CorrelAid auf einem neuen Level weiterzuentwickeln. Die nächsten Schritte sind auch schon geplant: Mit Lokalgruppen in ganz Deutschland wollen wir die Vernetzung junger DatenanalystInnen in Deutschland vorantreiben. Auch bei der Projektarbeit werden wir in den kommenden Monaten Neuigkeiten präsentieren. Man darf also gespannt sein!

CorrelAid emanzipiert sich von seinem Vorbild

Auf die Idee für CorrelAid bin ich gekommen, als ich im Auslandssemester viel Zeit hatte und nach einem Weg gesucht habe, meine Leidenschaft für Datenanalyse einmal außerhalb der Uni auszuleben. Dabei bin ich auf datakind.org gestoßen: Eine großartige amerikanische Non-Profit Organisation (NPO), die es sich zum Ziel gesetzt hat, Daten für das Allgemeinwohl zu nutzen. Begeistert von den Ansätzen und der Leidenschaft, mit welcher das Team rund um Jake Porway diese Idee verfolgt, wollte ich ein deutsches Pendant schaffen. Mittlerweile ahmen wir DataKind nicht mehr nur nach, sondern entwickeln unsere ganz eigenen Ideen und Vorgehensweisen um Daten für den guten Zweck zu nutzen. Mit der Community als Institution, unserer dezentralen Projektarbeit, Frauenförderung im Bereich Datenanalyse und massenweise weiteren großartigen Ideen in unserem Team bestreitet CorrelAid neue Wege.

CorrelAid ist eine Bereicherung

Eine Organisation zu gründen ist vor allem einmal sehr viel Arbeit, die aber auch unglaublich bereichernd ist. In den letzten 6 Monaten haben wir uns u.a. mit Vereinsgründungen, Förderprogrammen, Webseiten, Social Media, Datensicherheit, Business Plänen und vielem mehr herumgeschlagen. Das bedeutet viel Learning-by-Doing, kleinere Rückschläge und manchmal auch Frustration. Aber am Ende sehen wir die Fortschritte und wachsen an diesen Aufgaben.

Datenanalyse für den sozialen Sektor ist ein höchst relevantes Thema

Während im privaten Sektor mit Daten und Datenanalyse Milliarden verdient werden und diese in mittlerweile fast jedem Bereich relevant sind, ist das Potential auch im sozialen Sektor vorhanden, wird aber noch nicht ansatzweise ausgeschöpft. Die Beispiele aus den USA und auch unsere persönlichen Gespräche zeigen, dass gezielte Datenanalyse die Arbeit von sozialen Organisationen nachhaltig verändern kann. Im Gegensatz zur privaten Wirtschaft fehlen jedoch oft Geld oder Expertise. Wir bei CorrelAid sagen: „Die Zivilgesellschaft darf bei dieser Entwicklung nicht abgehängt werden“. Eine dateninformierte Zivilgesellschaft ist unsere Vision.

CorrelAid wird gebraucht

Das Thema Datennutzung und Datenanalyse im sozialen Sektor ist nicht nur ein relevantes Thema, sondern es braucht auch eine Organisation, die den NPOs bei der Umsetzung hilft. Diese Lücke soll CorrelAid in Zukunft füllen. Die Möglichkeiten Datenanalyse zu nutzen sind dabei zahlreich: Von einem beschreibenden Überblick über Mitgliederstrukturen über die Einführung datengestützter Prozesse und Entscheidungsmechanismen bis hin zu Impact-Measurement und Evaluation. Bei unseren ersten Projekten sehen wir schon, dass solche Maßnahmen die Organisationen voranbringen können. Wie immer gilt aber auch hier die Devise: Communication is Queen. Zu kommunizieren, was überhaupt möglich ist, wird immer ein notwendiger erster Schritt sein.

CorrelAid steht erst am Anfang

Eine Nachfrage besteht auf beiden Seiten: Wir haben ein großartiges Netzwerk an Studierenden und jungen Berufstätigen, die darauf brennen einmal an einem Projekt mitzuarbeiten. Auf der anderen Seite sind wir in Kontakt mit einigen großartigen sozialen Organisationen, die sich sehr für unsere Dienste interessieren. Unsere Pilotierungsphase hat uns gezeigt, dass das, was wir machen, gebraucht wird und tatsächlich einen Mehrwert schafft. Jetzt gilt es das Konzept zu erweitern und weiter zu institutionalisieren: Wir haben gerade erst begonnen und wir haben noch Großes vor.

CorrelAid hat ein großartiges Team

Das ist alles nur möglich dank den großartigen Leuten, die sich jeden Tag aufs Neue – neben Job und Studium – mit Leidenschaft und Einsatz bei CorrelAid engagieren. Über ein halbes Jahr haben wir fast wöchentlich geskypt und die Kommunikation über diverse Kanäle aufrecht gehalten und das obwohl die meisten von uns sich noch gar nicht kannten – dafür ist ein hohes Maß an Disziplin notwendig. Umso schöner war dann natürlich unser erstes Vernetzungstreffen im Oktober, bei dem sich mein Eindruck bestätigt hat, mit wirklich großartigen, leidenschaftlichen und interessanten Leuten zusammenzuarbeiten. #WeAreCorrelAid